Erntearbeiten auf einem Feld vor idyllischen Sonnenuntergang

Immer wieder beschäftigte ich mich in der Vergangenheit mit dem Thema der Lebensmittelherkunft und -herstellung. Vor allem in Großstädten ist es mitunter schwieriger, an regionale Produkte zu kommen. Und so stellte ich schnell fest: Produkte aus dem Supermarkt um die Ecke sind nicht immer Vorreiter, wenn es um das Thema Regionalität geht. Dabei geht es mir darum, dass wenn ich im Kaufland Kartoffeln kaufe, diese nicht unbedingt aus Marokko stammen müssen. So beschloss ich, das Thema weiter zu verfolgen und stellte schnell fest: Es ist einfacher als gedacht. 

Total regional? Auf dem Wochenmarkt regional einkaufen.

Verschiedene regionale Produkte auf dem Markt. Kartoffeln, Äpfel, Zwiebeln und Melonen

Die erste und vermutlich einfachste Möglichkeit ist der lokale Wochenmarkt und den gibt es mittlerweile in fast jeder Stadt. Bei uns sogar jeden Tag. Zwar findet dieser täglich an anderen Orten statt, aber man hat die Möglichkeit, sich einfach den Markt rauszusuchen, der bei einem vor der Haustür ist.

Dort findet man meistens eine bunte Mischung aus Obst und Gemüse, Fisch und Fleisch und anderen Spezialitäten wie Nudeln und Honig.

Der größte Wochenmarkt in Dresden, der Sachsenmarkt in der Lingnerallee beim Großen Garten, hat an guten Tagen 130 bis 190 Stände.

Neben Fischhändlern trifft man hier aber auch regionale Metzger und Fleischereien aus der Umgebung. Bei der Gemüse- und Obstauswahl sollte man einfach bei den Händlern nachfragen, denn es ist nicht immer alles regional produziert. Neben Lebensmittelproduzenten gibt es auch Händler, die ihre Produkte nur im Großmarkt einkaufen. Daher: Augen auf, beim Markteinkauf ?

Regional Supermärkte – Der regionale Einkauf um die Ecke

Fotografie einer Supermarkttheke mit verpackten Salat und Broccoli

Vermehrt gibt es auch regionale Supermärkte. Also Läden, die sich nicht nur auf die Vermarktung von biologischen Produkten spezialisieren, sondern vor allem Produkte aus der Region verkaufen. Dies nennt sich bei uns beispielsweise Verbrauchergemeinschaft. Bei jedem Einkauf spart man mit der kostenpflichtigen Mitgliedschaft einen gewissen Betrag, der durch diese Mitgliedschaft sozusagen refinanziert wird. Auch ohne Mitgliedschaft lassen sich hier regionale Produkte kaufen. Die sind dann halt etwas teurer. Aber jeder Supermarkt legt das Siegel eines regionalen Produktes anders aus.

Auch konventionelle Supermarktketten, wie beispielsweise Rewe, verkaufen seit einiger Zeit regionale Lebensmittel. Hier kommen die Produkte teilweise aber aus weiten Umkreisen. Laut welt.de heißt es von Thomas Bonrath, Sprecher der Rewe Group: „In aller Regel stammt das Regionalprodukt im jeweiligen Markt aus einem Umkreis von rund 50 Kilometern.“ In unserem Rewe-Markt wurde auch Gemüse verkauft, welches mindestens 100 Kilometer entfernt verkauft wurde. Also auch hier immer die Augen aufhalten, wenn es um den Einkauf geht. 

Marktschwärmer – Der digitale Wochenmarkt

Weintrauben in einem Karton auf einem Wochenmarkt die gekauft werden.

Eine mir neue Möglichkeit des regionalen Einkauf bot sich, als ich von den Marktschwärmern hörte. Der Ablauf ist ziemlich einfach: Online anmelden, Produkte aussuchen und in den Warenkorb legen, im Anschluss bezahlen und an dem Markttag kann man die Produkte in einem gewissen Zeitraum abholen. Die bestellten Produkte können gegen Aufpreis vorverpackt oder sogar geliefert. Wer etwas mehr Zeit hat, kann seine Waren bei den jeweiligen Produzenten direkt abholen und kommt so mit den regionalen Bauern direkt ins Gespräch.

Für berufstätige Menschen ist dies vermutlich die entspannteste Variante. Außerdem sieht man während des Einkaufs direkt, wie weit entfernt der Händler ist. Mit einem Einkaufsmodell wie diesem wird auch kleineren regionalen Betrieben die Möglichkeit gegeben, ihre Produkte direkt an den Mann zu bringen. Das finde ich richtig gut, daher schaut auf jeden Fall mal bei marktschwaermer.de vorbei und guckt, ob es auch eine Schwärmerei in eurer Region gibt. 

Liebe Unterstützer der regionalen Landwirtschaft,unsere gestrige Jubiläumsverteilung hat alle Rekorde gebrochen –…

Gepostet von Marktschwärmer Dresden am Donnerstag, 25. Oktober 2018

Regional bedeutet saisonal 

Wer sich mit dem regionalen Einkauf beschäftigt, landet schnell bei einem anderen wichtigen Thema: Saisonal einkaufen. Denn wenn ich Erdbeeren im Dezember kaufe, ist es sehr unwahrscheinlich, dass diese aus der Region, geschweige denn aus Deutschland kommen. Es ist also wichtig, darauf zu achten, in welcher Jahreszeit ihr was kauft. Zum Beispiel im Herbst oder Winter eine Kürbissuppe kochen.

Regional zu kaufende Kürbisse in verschiedenen Ausführungen gibt es vor allem im Herbst

Regional einkaufen: Einfacher als es wirkt

Dass regional einkaufen schwierig ist, stimmt nicht ganz. Es erfordert nur etwas mehr Aufwand, als zum Rewe oder Aldi an der Ecke zu gehen. Achtet darauf, was ihr kauft und versucht immer, die Saison im Auge zu behalten, so bekommt ihr auch beim „normalen“ Einkauf regionale Waren.